So gegen Mitternacht von Deutschland nach Tschechien. Ein leerer Tank hat mich hier gegen eine Tankstelle kurz hinter der Grenze gedrückt. Komische Sache. Ich weiß, dass ich nach wie vor mitten in Europa bin. Keine Passkontrollen. Nicht weit weg. Und doch fühlt man sich, als wäre man plötzlich in einer fremden Welt. Die Buden der Fidschi Stände nicht weit von der Zapfsäule wirken wie Fata Morganas aus einer anderen Zeit. Aufblitzend im Licht der allgegenwärtigen Lichtreklamen einer besseren Welt.
Der Zapfhahn schnappt und holt mich zurück in’s Jetzt. Ich gehe zum Bezahlen an die Kasse wo lässig gelangweilt eine junge Frau – auf den nächsten Kunden – wartet; mich geringschätzig beinahe ignoriert. Sie nennt den Preis des Diesels an mir vorbei; macht im selben Atemzug eine Bemerkung in ihrer Sprache an eine Kollegin die ich jetzt hinter Zigarettenschachteln entdecke.
Wortlos reiche ich die Eurocheckkarte. Ich tippe meine vier Ziffern. Die Kassiererin gibt mir auf deutsch zu verstehen dass die PIN falsch ist. Ich probiere noch einmal. Wieder falsch? Ich forsche in meinem Gedächtnis, nichts fällt mir ein. Kein PIN und auch sonst nichts. Es hat einfach keinen Sinn und so verlange ich, ihr das nötige Bargeld gebend, das ich gar nicht so selbstverständlich dabei habe, meine Karte zurück.
Der Bon rattert aus dem Drucker. Vom Klingeln der Kasse begleitet bekomme ich mein Wechselgeld, bedanke mich und gehe. Hinter meinem Rücken fühle ich einen kurzen Wortwechsel. Des Tschechischen nicht mächtig, überlege ich bei mir ob ich aus dem Wortklang einen Sinn für mich stricken kann.
“Jetzt hat er sein Bares für die Nutten vertankt, die arme Sau.”

