Kiss and Ride
Donnerstag, 16 Oktober 2008Am Wiener Praterstern findet man am rückwärtigen Ausgang links dieses Schild. Kiss and Ride? Abenteuerliche Spekulationen über die Bedeutung dieses Wegweisers nehmen in meinem Kopf Gestalt an. Immerhin geht es hier, mehr oder weniger direkt, in den Vergnügungspark des Wiener Praters.
Die Neugier treibt mich unter dem Schild hindurch ins Freie. Kann das sein, dass es auf einem Bahnhof einen direkten Wegweiser ins nächstgelegene Rotlichtmilieu gibt? Bin ich Sensationslüstern? Ja, warum eigentlich nicht?
Draussen wartet die Enttäuschung. Ein Bauwagen, gestapelte Pflastersteine, Baustelle. Seltsam. Der Blick schweift von ganz links nach ganz rechts. Ich drehe mich um. Von hier wirkt der verheißungsvolle Ausgang völlig unspektakulär und vespricht nichts als S-Bahn und Schließfächer.
Ich gehe wieder in das Gebäude um das Schild genauer zu inspizieren. Hinter mir kommen zwei Polizisten herein. Die müssten doch über die notwendigen einschlägigen Informationen verfügen, denke ich mir und nehme mir ein Herz.
“Entschuldigen Sie bitte”, fange ich vorsichtig an. “Können Sie mir sagen was genau dieses Schild hier bedeutet?”
“Kiss and Ride meinen Sie?”, die Frau lächelt. “Das bedeutet dass Sie hier mit Ihrem Auto zufahren können um jemanden, zum Beispiel Ihre Freundin oder Frau, am Bahnhof aussteigen lassen können ohne langwierig einen Parkplatz suchen zu müssen.”
Ich sehe sie fragend an.
Da springt ihr Kollege in die Bresche. “Abschiedskuss und wieder losfahren. Sie verstehen?”
Nette Idee, eigentlich.
