15. November 2008
Zufällig lese ich als eigentlich eher oberflächlicher Zeitungsleser in der Wochenendausgabe unserer regionalen Tageszeitung “Der Neue Tag” von einer Sonderausstellung zum 20jährigen Jubiläum des Schwandorfer Marionettentheaters im Oberpfälzer Künstlerhaus. Und so erfahre ich erstmals von diesem Theater das mir all die Jahre die ich nun schon hier in der Gegend lebe so nahe war, und doch so fern.
Als Kinderprogramm wird dieses Jahr eine Überarbeitung von “Hänsel und Gretel” aufgeführt. Auch heute am 15. November und so reserviere ich für mich und meine Kinder Karten für die Nachmittagsvorstellung.
Die Aufführung war beindruckend schön gemacht, mit - unsichtbarem - Bühnenorchester aus Akkordeon, Violine und - war’s Baß oder Chello? Mundartmarionettentheater im Oberpfälzer Dialekt - “Hansl und Gretl”. Den Kindern hat’s auch gefallen, und der Druck, endlich einmal Karten für die Augsburger Puppenkiste zu ergattern ist auch ein wenig von uns Eltern gewichen, wo das doch eigentlich so ein Herzenswunsch der Kinder ist.
Tags: Theater
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16. Oktober 2008

Am Wiener Praterstern findet man am rückwärtigen Ausgang links dieses Schild. Kiss and Ride? Abenteuerliche Spekulationen über die Bedeutung dieses Wegweisers nehmen in meinem Kopf Gestalt an. Immerhin geht es hier, mehr oder weniger direkt, in den Vergnügungspark des Wiener Praters.
Die Neugier treibt mich unter dem Schild hindurch ins Freie. Kann das sein, dass es auf einem Bahnhof einen direkten Wegweiser ins nächstgelegene Rotlichtmilieu gibt? Bin ich Sensationslüstern? Ja, warum eigentlich nicht?
Draussen wartet die Enttäuschung. Ein Bauwagen, gestapelte Pflastersteine, Baustelle. Seltsam. Der Blick schweift von ganz links nach ganz rechts. Ich drehe mich um. Von hier wirkt der verheißungsvolle Ausgang völlig unspektakulär und vespricht nichts als S-Bahn und Schließfächer.
Ich gehe wieder in das Gebäude um das Schild genauer zu inspizieren. Hinter mir kommen zwei Polizisten herein. Die müssten doch über die notwendigen einschlägigen Informationen verfügen, denke ich mir und nehme mir ein Herz.
“Entschuldigen Sie bitte”, fange ich vorsichtig an. “Können Sie mir sagen was genau dieses Schild hier bedeutet?”
“Kiss and Ride meinen Sie?”, die Frau lächelt. “Das bedeutet dass Sie hier mit Ihrem Auto zufahren können um jemanden, zum Beispiel Ihre Freundin oder Frau, am Bahnhof aussteigen lassen können ohne langwierig einen Parkplatz suchen zu müssen.”
Ich sehe sie fragend an.
Da springt ihr Kollege in die Bresche. “Abschiedskuss und wieder losfahren. Sie verstehen?”
Nette Idee, eigentlich.
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8. September 2008

Man macht sich gar keine Vorstellung davon, wie beschwerlich und körperlich anstrengend vor wenigen Jahrzehnten noch, aus heutiger Sicht einfache Dinge wie Mehl herzustellen waren.
In Podersdorf, einer Gemeinde am Ostufer des Neusiedler Sees, steht die angeblich letzte, theoretisch funktionstüchtige Windmühle Österreichs. Täglich um 19:00 Uhr kann man gegen geringes Entgelt an einer Führung durch das ehrwürdige Bauwerk teilnehmen.
Mühsam die Mühle in den Wind zu drehen. Mühsam die Fludern (Windflügel) mit Segeltuch zu bespannen. Mühsam das Getreide in der Mühle zum Einschütten hochzubringen. Mühsam, Mühsam, Mühsam.
Wie beschaulich sie nun dasteht, die alte Mühle. Wenn der Himmel blau ist und das Wetter still. Dem fotografierenden Urlauber Modell stehend.
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